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Les Mémoires de l’Herbier Boissier, suite au Bul- letin, paraitront dès 1900 à époques indéterminées, en fascicules de prix variable.

S’adresser à Georg et C', éditeurs, Genève, Bâle et Lyon.

Ce numéro 1 des Memoires est envoyé gratuitement.

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Prix : a ir. 50.

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2

MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER

(Suite au Bulletin.)

No 1

Die Pflanzenwelt

Deutsch=-SUud west=- Afrikas

(Mit Einschluss der westlichen Kalachari) VON

Prof. Dr. Hans SCHINZ.

Director des Botanischen Gartens

und des

Botanischen Museums der Universität Zürich.

(Fortsetzung.)

LEGUMINOSZ.

Albizzia anthelminthica (A. Rich.) A. Brongn. in Bull. Soc. Bot. France VII (1860), p. 902; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 357; Hiern Cat. Welw. PI. I, p. 314.

Besenna anthelmintica A. Rich. Fl. Abyss. I (1847), p. 253.

Feuilleea anthelmintica O. Ktze. Rev. Gen. Pl. I (1891), p. 187.

GR. NAM. : nördlich von Rehoboth, Fleck 403 a!.

HER. : Waterberg, Schinz 274; Otjimbingue, Gürich 114!; Pechuel- Lœsche ; Berge um Nauas, aber auch anderwärts häufig, Fleck 439 a!.

AMB. : Ondonga, Rautanen 5!, 42!; zwischen Ondonga und Uukuambi, Rautanen 13! Ombandja onene, Schinz 273.

Omuama (OlyV.).

Verbreitet in Ost-, Südost- und Südwestafrika (Angola) ; charakteristischer Baum der Steppe da wie dort.

Die Rinde dieses zuerst aus Abyssinien bekannt gewordenen Baumes wird dort als Bandwurmmilttel gebraucht, dem grössere Kraft als den Hagenia- Blüten (Kusso) zugeschrieben wird.

MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER, no À, 45 janvier 1900. 9

10% MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.

Acacia albida Delile Fl. Aesypt. (1812), 1. 286, t. 52, fig. 3; Oliv. Fl. trop: Afr. il, 339; Hiern Cat. Welw., pl. I. p. 310.

HER. : Oljizeva, Schinz; Oljıkango onene, Schinz 475; am Tsoaxaub bei + Nabas, Schenck 456 !; frequens ad ripas fluviorum periodicorum, Mar- loth 1194; Potmine, Fleck All a!; 1 Kuisib, Fleck 447 a! : Potmine, Gürich 98; 1 Usa! kos, Schinz 764. I Hai [| guingab, Schinz ; Pechuel-Lesche ; Otjimbingue !, Lindner!. Tsoagaubmund, Dinter 70 !. Jm Kaoko scheint der Baum auch nicht selten zu sein, mindestens schreibt mir Missionar Berns- mann auf eine bezügliche Anfrage : «die Anna-Akazie steht massenhaft bei

| Oruzeva im Flussbett des I U + gab, dann habe ich sie nicht mehr gesehen

iR als in einem schönen, kleinen Tal jenseits Ombavejejo, wo wir alle darauf

aufmerksam wurden. Irre ich nicht, so fanden sich auch noch welche auf dem Herwege im Flussbett des KoiXab und des ]} Huab. »

Verbreitet im tropischen Afrika. Mossamedes, Sambesigebiet, fehlt aber in Natal und seltsamerweise auch in Amboland.

Annaakazie der holländisch oder deutsch sprechenden Bewohner des Ge-

> bietes; omue heisst der Baum bei den Ovaherero. otue die Hülse.

| Die Südgrenze dieser prächtigen Akazie schneidet die Missionsstation Otji- zeva ; eine stallliche Gruppe derselben Akazie findet sich bereits in Otjikango onene, doch vermag dieselbe so wenig wie das Exemplar in Oljizeva, der früh im Jahre eintretenden Nachtfrüste wegen, die Früchte zu reifen ; unter ihr zusagenderen Bedingungen kommt sie in grösseren Beständen von Otjim- bingue an abwärts im TsouXaub und dessen rechtsseitigen Zuflüssen ziemlich häufig bis nach Reed vor.

Ein besonders reicher Bestand an alten und entsprechend stattlichen Anna- bäumen findet sich in Annawood, einer Wassersielle im TsoaXaub unterhalb Oljimbingue, die zweifelsohne ihre Bezeichnung dem dortigen Vorkommen dieser wunderschönen Akazie zu verdanken hat. Schon Baines, dieser zur Rezeption landschaftlicher Schönheiten ganz besonders veranlagte Reisende spricht begeistert von dem Baume.

Der bis dahin nachgewiesene nördlichste Standort innerhalb unseres Ge- bietes scheint Ombavejejo zu sein, eine Wasserstelle im Kaoko unter + 19 Grad südl. Br.

Ich werde im allgemeinen Teil dieser Studie Gelegenheit haben, nochmals auf die Anna-Akazie und auf deren Bedeutung im Landschaftsbild zurück-

zukommen, an dieser Stelle sei nur noch erwähnt, dass der Baum für die n Bewohner Hererolandes auch von ökonowischem Nutzen ist, da die grossen, reichlich Stärke enthaltenden Hülsen ein vorzügliches Viehfutter bilden. Segelschiffe etc., die Walfischbay berühren und lebendes Schlachtvieh an Bord haben, pflegen stets grosse Quantiläten Hülsen einzuladen. Das Holz ist, weil sehr dem Wurm- und Termitenfrass ausgeselzt, zu Bauzwecken ungeneignet. Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika.

SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 105

A. amboensis Schinz. Arbor: rami juniores dense pilosi, indumentum subsulphureum ; stipulæ . elongato-spinescentes, albidæ ; petiolus et rhachis dense pilosa; folia + 12 pinnata ; foliola + 20 jugata, linearia, obtusiuscula, eiliata; flores capitati ; capitula longe pedunculata; involucellum apice pedunculi vel inter apicem et basin; legumen oblongum, apice et basi obtusum; pericarpium incrassa- tum; exocarpium coriaceum, mesocarpium medullosum.

Folia 4 6 cm longa; pinnæ + 3 cm longæ; foliola + A mm longa et + 1 mm lata: legumen + 13 cm longum, + 2°/a cm latum et + À cm erassum : spine 4—5 cm ; pedunculus + à cm longus.

AMB. : *Omupanda in Uukuanjama, auf Lehmboden, Wulfhorst 2! (Baum, Blüten gelblichweiss, geruchlos, Laub samtarlig); * Kilevi am Kunene, Schinz 763. Omujele (Otjikuan).

Kommt auch in Natal und vermutlich auch noch anderwärts vor.

Es scheint mir diese Art mit der längst beschriebenen A. Sieberiana DC., die mir allerdings nur aus der Beschreibung bekannt ist, verwandt zu sein. Für diese Vermutung sprechen die langen, geraden Stipulardornen, die Be- haarung, die langen Pedunculi der kopfigen Blütenstände; A. amboensis unterscheidet sich aber vorzugsweise durch die auffallend dicke Frucht, ferner durch die Zahl der Blattfiedern, der Blättchen etc.

A. arenaria Schinz.

Fruticosa; ramı juniores angulares, pubescentes, rufi; stipulæ elongato- spinescentes; folia elegantissima, lineare-lanceolata; pinnæ + 35 jugatæ ; foliola Æ 20 jugata, lineare-oblonga, basi truncata, apice acuta vel obtusius- cula et mucronala, glabra vel eiliata; flores capitati; legumen ?

Folia + 23 cm longa; pinnæ 4- 2 cm long&; folia Æ 3 mm longa et 1 mm lata; stipulæ + 4 cm long, basi Æ 2 mm crassæ.

AMB. : Olukonda-Oshiheke, Schinz 2071 ; Omatope, Schinz 2072. Charak- terpflanze der Oshihekeformation.

A. caffra Willd. Spec. Pl. IV (1805), p. 1078; Harv. et Sond. FI. Cap. II, p. 282; Oliv. Fl. trop. Afr. HU, p. 345; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 311.

HER. : Kuddis, Fleck 494 a!

KAL. : * Uuqua, Fleck 436 a! ; * Ngami See, M’Cabe.

Verbreitel in der Kapkolonie (1, Il). vorzugsweise aber im Osten (IV); Natal. Rehmann hat sie auch in Transvaal, Menyhart am mittlern Sambesı und Welwilsch nordwärls vom Kunene gefunden.

A. cinerea Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, (1888), p, 240.

AMB. : Omatope-Oshiheke, Schinz.

A. detinens Burch. Trav. South. Afr. I (1822), p. 310; Harv. et Sond. Fl. Cap. Il, p. 282; Marloth in Engl. Bot. Jahrb. VIIL, p. 254.

: A. tenaxz Marloth in Engl. Bot. Jabrb. VIIL, (1887), p. 25%.

| GR. NAM. : Rehoboth, Schinz, Fleck 485 a !; Kuibes, Schinz, Schenck 373!

106

MÉMOIRES DE L’HERBIER BOISSIER.

HER. : ubique frequens, Marloth 1253; im Omuramba ua matako, Schinz.

Marloth (l. e.) will den südwestafrikanischen Haakedorn als besondere Art von Burchells Acacia detinens unterschieden wissen und diagnostizirt beide Arten in nachfolgender Weise :

A. detinens Burch. Völlig kahl. Blälter 2-, manchmal 3-paarig gefiedert. Fiedern einpaarig gefiedert. Hülsen oval. Bildet 2 bis 3 m hohe Büsche, deren Zweige oben fast in einer Ebene endigen und also einen flachen Gipfel bilden.

A. tenax Marloth. Blatispindeln und jüngere Blätter fein beharrt. Blätter meist 3-, manchmal 4-paarig gefiedert. Fiedern zweipaarig gefiedert, nur an den letzten Blältern mancher Triebe einpaarig. Hülsen breitlineal, 5 bis 7 cm lang, 1,5 bis 1,7 cm breit. Bildet 3 bis 6 m hohe Büsche, deren Krone oben kugelig gewölbt ist.

Ich sehe mich nun aber nicht in die Möglichkeit versetzt, diese Anschau- ung teilen zu können. Ich habe das Burchell’sche Belegexemplar untersucht und muss konstatiren, dass dasselbe hinsichtlich der Behaarung der Blatt- spindel, der Blättchen ete. durchaus mit den südwestafrikanischen Beleg- stücken unserer Sammlungen übereinstimmt. Die Mehrzahl der Blätter von Burchells Nummer (1628) sind dreipaarig gefiedert und nicht bloss zwei- paarig. Bei der südwestafrikanischen Pflanze variirt die Form der Hülse; Rehobother-Exemplare besitzen durchaus ovale Früchte (Verhältnis der Länge zur Breite : 2 zu 1) und ich bin daher der Meinung, dass der Haakedorn unseres Gebietes mit der Acacia detinens entweder identisch ist oder mindestens nur als untergeordnete Varielät unterschieden werden kann: letzteres alıer nur, sofern die von Marloth konstatirten Unterschiede in der Fiederung bestätigt werden.

Die Art und Weise wie der Gross-Nama- und Hereroland durchziehende Reisende die erste Bekanntschaft mit diesem ächten « Wart ein Weilchen » macht, entspricht bis auf alle Einzelheiten der köstlichen Schilderung Bur- chells, die mich an selbsterlebte Szenen erinnert, die an Komik nichts zu wünschen übrig liessen, aber das Fatale hatten, dass ich den Sloff zur Be- lustigung meiner schwarzen Begleitung liefern musste. Burchell schreibt: « Ï was preparing to cut some specimens of the Haake doorn ; which the Hot- tentots observing, warned me to be very careful in doing sc, otherwise I shoud certainly be caught fast in its branches. In consequence of this advice, I proceeded with the utmost caution, but, with all my care, a small twig caught hold of one sleeve, while thinking to disengage it quietly with the other hand, both arms were seized by ihese rapacious thorns, and the more I tried to extricate myself, the more entangled I became; till at last it seized hold of the hat also ; and convinced me that there was no possibility for me to free myself, but by main force, and at the expense of tearing all my clothes. I therefore called out for help, and two of my men came and released me by cutting off the branches by which I was held. In revenge for

SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SUDWEST-AFRIKAS. 107

this 11l-treatmeut, I determined to give to the tree a name which should serve to caution future travellers against themselves to venture within its clutches. »

Was die Verbreitung dieser Akazie, die sehr häufig Loranthus-Arten Sitz gewährt, betrifft, so habe ich sie südlich bis Kuibes nachgewiesen, im Nor- den fand ich sie sehr verbreitet im Omuramba ua malako bis in die Kalachari hinein, vermisste sie dagegen im Amboland. Als die Flussbette begleitende dichte Buschgürtel tritt sie erst nördlich von Rehoboth auf, in Gross Nama- land findet sie sich mehr vereinzelt oder in kleinen Gruppen wie bei Kuibes; im Hereroland setzen sich diese Buschgürtel fast ausschliesslich aus dieser den Reisenden so überaus lästigeu Akazie zusammen, so namentlich längs des Omuramba ua matako.

Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika.

A.duleis Marloth et Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 24. HER. : frequens in planitiebus, Marloth 1259. Gummi ausschwitzend (Marloth).

A. Englerii Schinz.

Arbor: rami griseo-rufescentes; stipulæ subulatæ, caduceæ ; folia breviter petiolata, 7—10 pinnata: foliola 20—30 jugata, linearia, obtusa vel mucro- nata, basi truncata, inæquilatatera, pilosa : flores spicati: legumen sessile, lineare oblongum, eompressum, curvatum.

Folia = % em longa ; pinnæ + 2 cm long&; foliola 3 1 mm lata: legumen -E 7 cm longum et + 7 mm latum.

GR. NAM. : I Kuisib, Fleck 439 a!

HER. : TsoaXaub, Fleck 488 a!

AMB. : zwischen Ondonga und Uukuambi, Rautanen 211!

Onyege (Osh.).

Obwohl mir wohl entwickelte Blüten fehlen, bieten die mir von drei ver- schiedenen Standorten vorliegenden Zweigstücke doch so ausgezeichnete

% mm longa et +

Merkmale, dass ich mich zur Aufstellung einer neuen Art für vollauf berech- tigt halte.

Zweige und Rhachis des Blattes wie der Fiedern sind weich behaart und zwar mehr weniger abstehend, die Blättchen sind oberseits kahl, unterseits aber, wenigstens im jugendlichen Zustande, mehr oder minder dicht behaart, später mindestens noch bewimpert. Die Spreiten sind am Grunde abgestulzt, bald fast wagrecht, bald schief, sie sind ungleichhälftig, abgerundet und stumpf oder von einer kleinen Weichstachelspitze überragt. Zwischen allen oder einzelnen Fiederpaaren befindet sich je eine langgestielte Drüse. Die am Grunde des Blattstieles entspringenden hinfälligen Nebenblätter sind circa 5 mm lang und bewimpert. Der Achsel der an den Langtrieben stehenden Blätter entspringen kräftige, im ersien Jahre circa 11 mm lange, dornig zu- gespilzle, gerade vorgestreckte Sprosse, die mit Ausnahme der glänzend brau-

108 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.

nen Spitze weichhehaart sind und die nach Abfall des Stützblattes oder auch schon vorher zu circa 9 cm langen, vom Langtrieb in einem + rechten Winkel abstehende, spitze Blätter tragende Kurztrieben auswachsen.

Dies letztere Merkmal ist es vornehmlich, das der Pflanze einen ganz eigen- tümlichen, an gewisse Combreta erinnernden Habitus verleiht.

Die Blüten sind sicherlich an langer Axe stehend, trotzdem die etwas sichelförmig gekrümmten und zum Teil zwischen den Samen etwas einge- schnürten, behaarten, rotbraunen Hälsen schopfartig gedrängt sind. Für die Hülsen scheint charakteristisch zu sein, dass die Basis der Griffel die Hülsen als kleine Spitze krönt.

Da der ! Kuisib ja vielfach von Reisenden und Lastfuhrwerken befahren wird, so dürfte es nicht gar lange gehen, bis uns auch noch die fehlenden Blüten zur Untersuchung vorgelegt werden können.

A. ariadenia Benth. in Hook. Lond. Journ. V (1846), p. 98: Harv. et Sond. Fl. Cap. IL, p. 283. AMB. : Standort unbekannt, Rautanen 292! Transvaal und Natal. A. Fleckii Schinz.

Arbor ?; rami grisei, juniores pilosi; stipulæ spinescentes, apice curvatæ ; petiolus et rhachis pilosa; rhachis aculeata; folia 8—10 pinnata; foliola 10—20 jugata, linearia, obtusiuscula, valde inæquilatera, sparse ciliata ; flores spicati; legumen stipitatum, oblongum, compressum, margine ineras- satum.

Folia + 7 cm longa; pinnæ +2 cm long&; foliola + 4 mm longa et 2 mm lata ; legumen + 7 em longum et + 11/2 cm latum.

KAL. : * Chansis, Fleck 412 a!.

A. gansbergensis Schinz.

Arbor?; rami rufescentes, adulti glabri, juniores pubescentes; stipulæ uncinatæ, nigræ; petiolus et rhachis pilosa; folia 10—15 pinnata; foliola 17—25 jugata, parva, oblonga, obtusa, subæquilatera, crassa, pilosa, brevi- ter petiolulata, valde approximata; flores spicati ; legumen lineare oblongum, subferrugineum, stipitatum, compressum, margine incrassalum, puberulum, apice acutum.

Folia Æ 3 em longa; pinnæ Æ 10 mm long&; foliola + 2 mm longa et 0,75—1 mm lata ; legumen + 9 cm longum et + À cm latum.

GR. NAM. : # Gansberg, Fleck 437 a!

Leicht zu erkennen an den verhältnismässig kleinen, dicken, fast spatel- förmig zu nennenden uud sehr genäherten Blättchen, sowie an den schma- len, rotbräunlichen Hülsen.

A. giraffæ Burch. Trav. South. Afr. TI (1824), p. 240, t. 5; Benth. in Hook. Lond. Journ. I, p. 496 ; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 280. A. erioloba E. Mey. Comm. (1835), p. 171.

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SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 109

A. giraffe Burch. var. espinosa O. Ktze. in Jahrb. k. bot. Garten Berlin IV (1886), p. 264.

GR. NAM.: von | Aus ab durch ganz Gross-Namaland sehr häufig, Schinz, Belck !, Schenck !, Fleck! ; findet sich jedenfalls auch südlich von | Aus nicht selten.

HER. : häufig, von allen Reisenden beobachtet, Andersson, Baines, Chap- man, Belck!, Pechuel-Loœsche!, Lüderitz !, Schinz, Schenck !, Marloth (119%), Gürich, Fleck !, Lindner !.

AMB. : * Kunene-Ufer, Schinz.

KAL. : häufig (z. B. in Karakobis, am * Ngami-See etc.), beobachtet von Baines, Chapmann, Andersson, Schinz.

// Gana (Nam.), Omumbonde (Olji.), Omüsiza (Osh.), Girafenakazıe oder Kameldornbaum der weissen Ansiedler.

Engler und Marloth (Engl. bot. Jahrb. X, p. 22 und XIX, p. 137) scheinen die Acacia erioloba als verschieden von A. gira/f@ aufzufassen, eine Anschau- ung, der ich nicht beizutreten vermag. Verführerisch ist für die Trennung in zwei Arten der Umstand, dass Burchell A. giraffæ ausschliesslich nur aus dem Klaarwatergebiet (das ist ein Teil des heutigen, zur Kolonie gehören- den Griqualandes) angiebt, wogegen A. ertoloba von Harvey und Sonder als vorkommend in « Namaqualand » angegeben wird. Was die Form der Hülsen anbelangt, so sollen die von A. giraffe «oval, thick, indehiscent, spongy within, » die von erioloba «semilunate, tumid, tapering at each end, with a whitish, rough tomentum, spongy within » sein. Ich habe mich nun in Süd- westafrika beflissen, eine möglichst grosse Zahl verschieden geformler Hül- sen der südwestafrikanischen Girafenakazie zusammenzubringen und wenn ich diese nun mit Hülsen vergleiche, die mir aus der Transvaal zugekommen sind, so werde ich in meiner Ansicht, dass erioloba und géraffæ nicht ver- schieden seien, nur bestätigt; einerseits kann der südwestafrikanische Baum beinahe gerade Hülsen, anderseits der Transvaal-Baum halbmondförmig ge- krümmte Hülsen hervorbringen.

Uebrigens stellt auch Otto Kuntze die Herero-Girafenakazie zu A. geraffıe ; er kreirt allerdings gleichzeitig eine neue Spielart : espinosa O. Ktze., die ich nicht anzuerkennen vermag, da das Fehlen der Dornen ein mehr als heikles Unterscheidungsmerkmal innerhalb der Gattung Akazie ist. Hinsichtlich der Acacia giraffe habe ich schon früher Gelegenheit gehabt (K. Schumann, Einige neue Ameisenpflanzen in Pringsheims Jahrb. XIX (1888), p. 420), darauf hinweisen zu können, dass die jugendlichen Girafenakazien mit slar- ken Dornen bewehrt sind, dass aber die Dornen, wenn der Baum erst einmal begonnen habe, Blüten zu entwickeln, wenigstens an den mit Blüten ver- sehenen Zweigen immer kleiner und kleiner werden und endlich ganz ver- schwinden. Auf die Bedeutung dieses Umstandes komme ich im allgemeinen Teil zurück.

110

MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.

Bezüglich des Vorkommens der Girafenakazie innerhalb unseres Gebietes sei bemerkt, dass in Gross-Namaland der Baum seewärts ungefähr so weit sich vorwagt wie die Acacia horrida, d. h. bis zur Grenze der Euphorbien- zone und der Binnenlandvegetation. die sich zwischen Angra pequena und I Aus dem Westabfall des Tschirubgebirges entlang zieht. Bei | Aus ist die Girafenakazie schon recht häufig, ja auf dem Hochplateau jenseits Kuibes tritt sie sogar bestandbildend auf. Im Hereroland dürfte die Westgrenze im Tsoaxaub etwas unterhalb Salem liegen. Aus dem südlichen Teile von Gross- Namaland sind von Missionar Wandres mit Sicherheit Girafenakazien aus der Umgegend von Warmbad (etwa 2 Stunden südlich jener Missionsstation) nachgewiesen worden.

Im Kaoko ist der Baum nach Mitteilungen, die mir der befreundete Mis- sionar Bernsmann zukommen liess, selten. «Ich erinnere mich nicht, » schreibt mir Bernsmann, «dass er mir dort aufgefallen ist. Mein Sohn Hugo behauptet aber. er hätte ihn bei Omuroranozondjion gesehen. » Nördlich von Omarauru habe ich das letzie Exemplar an der Wasserstelle Ombakaha ge- sehen. Westlich von diesem Längegrad geht der Baum noch um ein Weni- ges nördlicher, so findet er sich z. B. nördlich des Waterberges (Omouver- oume) in der Senkung des Omambonde (Saresab der Hottentoten) vor, einer Depression, die vor Jahrzehnten einer ausgedehnten Wasserfläche, in der sich nach Aussage der Eingeborenen sogar Flusspferde getummelt haben sol- len, als Becken diente. Omambonde verdankt seine Hererobezeichnung den dort ziemlich häufigen Girafenakazien, die der Herero in der Mehrzahl Omim- bonde nennt. Nördlich von Ombakaha habe ich im ganzen Amboland um- sonst nach ihm gesucht, bis er mir zu meiner grössten Ueberraschung nörd- lich von dem ungastlichen Ombandja onene am Ufer des Kunenestromes ganz unvermittelt wieder in zahlreichen stattlichen Exemplaren begegnet ist. Dass übrigens die Girafenakazie ihre Vegetationsbedingungen auch im Amo- lande finden würde, beweisen die prächtigen Bäume auf dem Friedhof in

lukonda, die mein Freund Rautanen aus Samen, den er aus dem Herero- land mitgebracht, gezogen hat. Im südöstlichen Amboland fand ich grössere Bestände sehr alter Bäume auf der Westseite des Omuramba ua matako, in der Breite von Otjituo, dort wo ich auch einen grösseren. isolirten Hain der Hyphene ventricosa nachweisen konnte.

In der Kalachari ist unser Baum häufig. Er flieht dort nur die sandigen Hügelzüge die bei Karakobis erscheinen, und sucht mit Vorliebe die Depres- sionen auf; ich habe prächtige Exemplare am Okavango, am Ngami-See, bei Rietfontein etc. gesehen.

Ueber die Verbreitung der Girafenakazie in der Kapkolonie wissen wir leider zur Stunde wenig Sicheres, wahrscheinlich liegt die Südgrenze in der Nähe des Olifantflusses (nördlich von Clanwilliam) (Mitteilung von Wan- dres); damit stimmen die Angaben von Drege und Meyer (Commentar.

SCHINZ. DIE PFLANZENWELT DEUTSCH-SÜDWEST-AFRIKAS. 111

(1835), p. 171 und Zwei pflanzengeographische Dokumente (1843), laut wel- chen Drège die Girafenakazie einmal nordwestlich von Okip und dann wie- der am Giftberg, unmittelbar nördlich vom Olifant-Rivier gesammelt hat.

Früher soll er in dem sogenannten Klein-Namaland häufig gewesen sein : das dortige Verschwinden wird der Misswirtschaft der Cape Copper Mining Co., die die Kupferminen bei Okip ausbeutet, zugeschrieben, indem sie aus Mangel an geeignetem Bauholz die Bäume gefällt haben soll.

Von Burchell ist die Acacia giraffe dann in Griquland und im Betchuana- land. nämlich um Litakun (nördlich dem heutigen Kuruman nachgewiesen worden; aus der Transvaal hat Rehmann Exemplare nach Europa gebracht. Indem ich im Uebrigen auf den allgemeinen Teil dieser Publikation ver- weise, sei noch darauf aufmerksam gemacht, dass die Samen der Acacia giraffe gleich denen der A. horrida etc. als Kaffeesurrogat bei den schwar- zen und weissen Bewohnern Südwestafrikas Eingang gefunden haben; ich selbst habe mich nur zu oft durch die braune Farbe meines Morgengetränkes, hervorgerufen durch die gerösteten Akazien-« Bohnen», über dessen Ge- schmacklosigkeit hin wegläuschen lassen müssen.

Das Holz findet zu Bauzwecken nur beschränkte Verwendung, da es selten gelingt, einen auch einigermasseu geraden Slamm oder dickeren Ast aus- findig zu machen, ja das braunrot gefärbte Kernholz ist so ausserordentlich spröde, dass z. B. wie Marloth berichtet, Bremsklötze daraus unbrauchbar sind, da sie nicht fassen, sondern bei stärkerer Reibung Funken sprühen und sich schliesslich entzünden. Dagegen möchte ich das Holz der Girafen- akazie, wie überhaupt das der meisten unserer südwestafrikanischen Aka- zien, der Aufmerksamkeit der Drechser empfehlen : durch Politur lassen sich prächtige Schnittoberflächen erzeugen.

Vergi. auch Schinz. Deutsch-Südwest-Afrika.

A. glandulifera Schinz.

Frutex :; rami rufescenles : stipulæ elongato-spinescentes, eburnes&; folia petiolala, bi-pinnata; foliola 3 vel (rarissime) A jugata, late subobo- vala, rotundala, inæquilatera, glabra; flores capitati; legumen stipitatum, oblongum, subacutum, leviter eurvalum, compressum, glanduliferum.

Petiolus + 15 mm longus; pinnæ 8—415 mm longæ; foliola A—5 mm longa et 3 mm Jata; legumen <= 35 mm longum et Æ 9 mm latum ; spinæ + % cm long.

GR. NAM. : ohne nähere Standortsbezeichnung, Fleck 48/4 a!

HER. : am Tsoaygaub, Fleck 480 a!

Sterile Zweige dieses bis zu 5 m hohen Strauches erinnern an solche der in unserem Gebiete häufigen Acacia detinens; die Zahl der Fiederblättchen ist hier wie dort gering, gleicherweise auch die der Fiedern. Die Stipular- dornen allerdings sind in unserem Falle gerade vorgestreckt. Die Blattstiele der A. glandulifera, die in grösserer Zahl polsterförmigen, der Achsel abge-

112 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.

fallener Blätter entspringenden Kurztrieben aufsitzen, sind oberseits tief- rinnig, kantig und tragen zwischen dem einzigen Fiederpaar eine sitzende, kraterförmige Drüse; der Blattstiel, sowie die Rhachis der Fiedern endigen in bis zu 4 mm lange Stachelspitzen, die, soweit der Blattstiel in Betracht kommt, häufig hakenförmig gekrümmt sind. Höchst charakteristisch für A. glandulifera ist das Vorkommen von Drüsen, die z. B. die Hülsen dicht bedecken, braun oder schwarz gefärbt sind und in der Form kleiner Höcker- chen dem braungelben Perikarp aufsitzen. Sie bestehen aus zahlreichen kleinen Zellen, die zu einem halbkugeligen Drüsenkörper zusammenschlies- sen. Uebrigens sind nicht nur die Hülsen, sondern auch die Blütenstands- stiele, die Blattstiele, ja sogar die jungen Zweige damit bedeckt. Der Durch- messer eines ausgewachsenen Drüsenkörpers beträgt etwa 1/2 mm. Die Stipu- lardornen fallen, beiläufig bemerkt, durch ihre an Elfenbein erinnernde Färbung auf. à

A. Gœhringii Schinz in Abhandl. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX (1888), p. 239.

KAL. : * Chansis, lockere Bestände bildend, Schinz 251.

A. hæmatoxyion Willd. Enum. (1813) 1056; Benth. in Lond. Journ. I, p. 497 ; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 280.

A. atomiphylla Burch. Trav. South. Afr. I (1822), p. 341.

GR. NAM. : bei Rehoboth, auf sandiger Ebene, Fleck 486 a!

Kapkolonie V ; Betschuanaland.

A. hebeclada DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p. 451; Benth. in Hook, Lond. Jour. I, p. 499, V, p. 95; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 280.

GR. NAM. : Kuibes, Schinz 2062, Schenck 380 ! ; Rehoboth, Gürich 96, Fleck 478 a!, 487 a!.

HER. : Lüderitz 123!; Okahandja, Marloth 1336; Otjimbingue, Marloth 1336; «Usakos », Marloth 1261 !; verbreitet von Otjimbingue bis zum Brand- berg, im Kaoko, Gürich; Nauas, Fleck 443 a!; Pechuel-Lesche!

Kapkolonie V (Kimberley etc.); Transvaal.

A. hereroensis Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 20.

GR. NAM. : Gannas, Fleck 407 a!

HER. : Okahandja, Marloth 4331; Namib, Schinz 2063; Otjitambi, Gürich 62. Koës (Nam).

Da sich meine Pflanze nicht völlig mit der Engler’schen Beschreibung deckt und mir Marloth’s Exemplar nicht vorliegt, so gebe ich eine kurze Diagnose des Fleck’schen Exemplares und setze die Engler’schen Abweich- in Klammern dazu.

Fruticosa; rami rufescentes; juniores pilosi, adulti glabri; stipulæ spini- formes, apice curvatæ; petiolus et rhachis dense pilosa ; folia 8—24 pin- nata (14—18); foliola 20—30 jugata (20—25), spathulata (linearia), apice obtusa, pilosa; flores spicati; legumen oblongum, compressum, flavum.

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Folia -E 7 em longa, pinnæ Æ 1,8 cm longæ (2—2,5 cm), foliola = 2 mm longa (4 mm) et !/ mm lala (vix 1 mm), spica 5—6 cm longa ; legumen 7 cm longum (0,8—1 dm) et 10—12 mm latum.

A. horrida Willd. Spec. PI. IV (1805), p. 1082; Harv. et Sond. Fl. Cap. II,

p- 281.

GR. NAM. : Warmbad, Wandres 1!; | Aus, Schinz 937; Bethanien, im I Goa I gib-Flussbett, Schenck 396 !.

HER. : Omaruru, Schinz 938: Lüderitz 122!; solum in convallibus pr. Okahandja, Marloth 133% ; zwischen Harris und Kurumanas, Fleck 406 a!; Pechuel-Lesche!; Nauas, Fleck 409 a!, 438 al.

4 Kus (Nam.).

Verbreitet durch die ganze Kapkolonie, Transvaal und Oranjefreistaat. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Art innerhalb unseres Gebietes liegt im Süden ; bis gegen Berseba hinauf ist der Baum noch recht häufig, dann wird er schon seltener und nördlich von Omaruru werden wohl kaum mehr Exemplare nachzuweisen sein. Er kann daher schon in dem au Akazien sonst so reichen Hereroland, soweit wenigstens der Norden dieses Gebietes ins Auge gefasst wird, als Fremdling bezeichnet werden.

In Gross Namaland erreicht er seine Westgrenze bei ! Gao kaosib, einer Wasserstelle am Ostrand der Litoralzone, in der ungefähren Höhe von An- gra pequena; es findet sich dort auf einem kleinen Felsvorsprung ein ein- zelnes Bäumchen, das vermutlich als Same durch Vögel dorthin transportirt worden ist. Jenseits der Euphorbienzone tritt der || Kus am Tschirubgebirge erst vereinzelt, dann zu kleinen Gruppen vereinigt und schliesslich, wenn der Reisende in das Flussbett von | Aus hinuntersteigt, als Charakterbaum auf. Ueberhaupt scheint der Dornbaum, dies ist kurzweg die verdeutschte Eingeborenenbezeichnung der Acacia horrida, wenn ihm die Wahl gelassen wird, wohl des Grundwassers wegen die trockenen Abflussrinnen den Pla- teaux vorzuziehen; der Kameldornbaum verhält sich in dieser Beziehung gerade umgekehrt.

In der Kalacharidepression habe ich den Dornbaum nie gesehen, auch sind mir niemals Herbarexemplare weder aus jenem Gebiete noch aus dem Ambo- lande je zu Gesichte gekommen.

Die Verwendung der verschiedenen Teile der Acacia horrida ist eine sehr vielseitige.

Da das Holz ausserordentlich zähe und doch noch verhältnismässig leich- ter als das des Kameldornbaumes zu bearbeiten ist, so dient es vorzugsweise zur Herstellung der Jochscheite, dann aber auch zur Verfertigung von Tür- pfosten, Fensterrahmen, Hauspfählen ete. Zur Umfriedigung seines Kraals bedient sich der Eingeborene, der Hottentotte so gut wie der Bastard, mit Vorliebe junger Dornsträucher, die tatsächlich von Dornen starren. Der « Bast » der Rinde dient nicht nur zum Gerben der Felle wilder und zahmer

414 MÉMOIRES DE L'HERBIER BOISSIER.

Tiere, sondern er wird überdies zu Schnüren gedreht, mit denen dann die Binsenmatten an die Hauspfähle der Pontocks angebunden weraen.

Das von den Bäumen ausgeschwitzte Gummi, das sich oft in über dezi- meterlangen Tränenzapfen vorfindet, wird von den ärmeren Eingeborenen eifrig gesucht und dient ihnen als Nahrung zur Winterszeit, wann sie keine Uintjes mehr finden. Seit ein paar Jahren wird dieses Gummi auch ausge- führt, allerdings erst für einige Tausend Mark jährlich (Warburg in Ber. d. deutsch. pharm. Ges. 1897, p. 218); Hartwich, dem wir eine Untersuchung über Gummi aus Angra pequene verdanken (Apotheker-Zeitung 1897, Num. 75), bezeichnet das Produkt als wertvoll und weist nach, dass das Angra pequena-Gummi arabisches und Senegalgummi an Viskosität erheblich über- trifft.

Was die gegenwärtige (Grösse des Exportes anbetriffl, so entnehme ich der Publikation Hartwich’s, dass im April 1897 eine Versuchssendung von etwa 700 kg verschifit wurde, der dann weitere im Juni und August von je 2000 und 3000 kg folgien. Der Preis in Hamburg stellt sich pro 100 kg auf + 140 Mark.

Die Samen finden gleich denen der Parkinsonia als Kafieesurrogat Ver- wendung. Endlich dienen die langen Dornen den Hottentotten-Schönen als Vorstecknadeln beim Umhängen der Kaross.

Vergl. Schinz, Deutsch-Südwest-Afrika, ferner Marloth in Engl. Bot. Jahrb. VIH, p. 259.

A. kalachariensis Schinz.

Arbor: rami rufescentes, juniores pilosi, adulti glabri; ramı axillares spiniformes ; stıpule deciduæ: petiolus et rhachis pilosa; folia 7—13 pin- nala; foliola -i- 25 jugata, linearia, acuta vel obtusiuscula, leviter inæqui- latera; flores spicati (?): legumen Iineare-oblongum, contortum, fuscum, suturæ incrassatæ.

Folia Æ 7 em longa, pinnæ + 2 em longæ, foliola <= 3 mm longa et = 1 mm lata : legumen -= 10 em longum et = 7 mm latum.

KAL. : ohne nähere Standortsbezeichnung, Fleck 408 a!

Erinnert durch die gedrehten Hülsen an die abyssinische A. spirocarpa Hochst. und an die von Engler aus Griqualand beschriebene A. spirocar- poides, unterscheidet sich aber in höchst charakteristischer Weise durch das Fehlen von Dornen und durch das Vorhandensein von dornartig zugespitz- ten, blättertragenden Zweiglein. Möglicherweise sind es die Letztern, die die Stipulardornen in ihrer biologischen Aufgabe ersetzen.

A. longepetiolata Schinz.

Frutex : ramuli einerei, adulti glabri ; stipulæ uncinatæ ; folia longe petio- lata, 3—4 pinnata, glaberrimma; foliola 8—15 jugata, læta, lineare-oblonga, valde inæquilatera, obtusa vel acuta; flores spicati: calycis segmenta ei petala pubescentia : legumen oblongum, compressum, stipilatum, cervinum.

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Petioli + 2 em longi: folia + 5 cm longa; pinnæ + 27 mm; foliola + 8 mn longa et 2 mın lata; legumen + 8 cm longum et 1,5 cm latum.

HER. : ! Kuisib, Fleck 492 a!, 493 a!; ohne nähere Standortsangabe, Fleck 491 !.

Die rotbraunen Stipulardornen dieser Art sind kurz, krallenartig gekrümmt und äusserst spitz. Die hellgrünen Blättchen sind mitunter etwas spatel- förmig, sodass sie über der halben Länge breiter als unter der halben Länge sind. Sie sind stark ungleichhälftig ausgebildet und daher nicht minder häu- fig etwas sichelförmig. Der Blattstiel trägt in grösserer oder geringerer Ent- fernung vom untersten Fiederpaar einen sitzenden Drüsenkörper ; die Blatt- spindel ist zerstreut behaart, der Blattstiel gleich den Blättchen dagegen kahl. Die rehbraunen Hülsen sind ziemlich lang gestielt, lederartig, stumpf oder spitz.

Wir haben es hier offenbar mit einer im mittleren Teile unseres Gebietes häufigen Akazie zu tun, die von den übrigen Sammlern übersehen worden zu sein scheint.

A. Lüderitzii Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 25.

HER. . Otjimbingue, Marloth 1270, 1328

A. maras Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 24.

HER. : Otjimbingue, Marloth 1260.

A. Marlothii Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 19.

HER. : in planitiebus saxosis pr. Otjimbingue, Marloth 1317.

A. stolonifera Burch. Trav. South. Afr. II (1824), p. 241; Harv. et Sond. Fl. Cap. II, p. 28%.

KAL. : ohne Standortsangabe, Fleck 410 a!

Kapkolonie V (Ongeluks Fontein nordw. von Kimberley).

Burchell schreibt I. c. über die von ihm beschriebene A. stoloni fera : this last (dieeben genannte Akazie) which is about two or three feet high, is remar- kable from the circumstance of its trunk or stem running just beneath the surface of the earth, and from which arise a multitude of shoots or branches.

Damit stimmt Flecks Bemerkung auf die sein Exemplar begleitenden Eti- quette: «niederes 2 bis 3 Fuss hohes Sträuchlein mit gerade aufstehenden Ruthen. » Ohne diese Bemerkung wäre ich geneigt, seine Pflanze zu A. hebe- clada DC. zu stellen, da die Hülsen beider mehr oder weniger mit einander übereinstimmen.

A. trispinosa Marloth et Engl. in Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 20.

A. caffra Willd. var. Pechuelii Kize. in Jahrb. k. bot. Garten Berlin IV (1885), p. 264.

HER. : frequens in collibus pr. I Usa I kos, Marloth 1257; Okongana, Schenck 240 !; Fleck 435 al; Lüderitz 122!; Bockberg, S. W. Ecke, am Wege nach ! Ameib, Gürich 24!

Ich kenne das Marloth’sche Exemplar der frispinosa nur aus der Beschrei-

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bung und vermag daher nicht mit Bestimmtheit zu behaupten, dass die Kuntze’sche Pflanze wirklich mit ihr übereinstimmt, keinenfalls aber kann ich die von Pechuel-Le&sche gesammelte und von Kuntze zu A. caffra ge- stellte Pflanze als zu caffra gehörend auffassen. A. tristis Welw. in Oliv. Fl. trop. Afr. II (1871), p. 349; Benth. in Trans. Linn. Soc. XXX, 510; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 314. AM. : Ombalambuenge [Oshiheke], Rautanen 282!: * Kilevi am Kunene, Schinz 206%. Angola. Enoljomatokano (Osh.). A. uncinata Engl. Bot. Jahrb. X (1889), p. 21.

GR. NAM. : + Gansberg, Fleck 434 a! HER. : 1 Usa ! kos, in lapidosis aridis, Marloth 1215! ; | Ubeb, Stapff 19! Transvaal.

A. all. trispinosæ.

HER. : ohne Standortsangabe, Lüderitz 122!

Ein Zweigstück ohne Blätter und Früchte. Blüten ährig. A. nov. spec. ?

Blüten o. Hülsen bis 15 cm lang, etwas gekrümmt, zwischen den Samen seicht eingeschnürt, -E 5 mm breit. Stipulardornen gerade, 5—12 mm lang. Fiedern Æ 3 paarig, Blältchen + 10 paarig, kahl.

HER. : Kurumanas, Fleck 406 a!

A. spec.

HER. : I Kuisib-Tal, Fleck 8i6!

Dichrostachys nutans (DC.) Benth. in Hook. Journ. Bot. IV (1842), p. 353: Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 333; Hiern Cat. Welw. PI. I, p. 308.

Desmanthus nutans DC. Prodr. Regn. Veget. II (1825), p 446.

HER. : Okahandja, in planitie lapidosa, Marloth 1320; Miss Kolbe!

AMB. : Höpfner 59!

KAL. : * Ngami-See, M’Cabe.

Transvaal, Natal, Mossamedes; verbreitet im tropischen Afrika.

Elephantorrhiza Burchellii Benth. in Hook. Journ. Bot. IV (1842), p. 344: Harv. et Sond. Flor. Cap. IL, p. 277.

Acacia elephantina Burch. Trav. South. Afr. II (182%), p. 236.

HER. : | Ubib, Gürich 9; auch auf der Fläche nördlich von Salem bei Kamkoixas, Gürich; bei | Karıbib, Gürich.

KAL.: * | Noigas, ungemein häufig, Schinz 276; überall in der Kalachari, Fleck 398 a!; am Nosob, Fleck 399 a!

Kapkolonie II, I, IV, V; Natal, Transvaal, Oranjestaat.

Die Pflanze ist charakteristisch für die sandigen, dünenartigen Boden- erhebungen der Kalachari, wo sie sich meistens in Gemeinschaft der gleich- falls sandliebenden Entada arenaria Schinz, der Bauhinia Urbaniana Schinz, der Terminalia sericea Burch. und einer niedrigen Maba-Art vorfindet. Gegen

‘EN al RE Lu Me .

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den westlichen Teil der Kalachari zu und auch im Hereroland bevorzugt sie die buschlreie, trockene Aristida-Steppe. In der Transvaal werden die kräftigen, oft armsdicken Wurzeln der Elephantorrhiza Burchellii dort Elandbontjes genannt zum Gerben der Felle gebraucht ; eine ähnliche Ver- wendung aus Deutsch-Südwestafrika wird von Gürich angegeben (Engler, plante Gürichiane in Bot. Jahrb. XIX, p. 157), ist mir aber unbekannt ge- blieben und auch unwahrscheinlich, da einerseits die Pflanze in Deutsch- Südwestafrika gar nicht so häufig ist und den Eingeborenen zu dem ange- deuteten Zwecke andere gerbstoffhaltige Pflanzen in viel grösserer Individuen- zahl zur Verfügung stehen.

Die Wurzeln der Elephantorrhiza Burchellii sind englischerseits vor Jahren chemisch untersucht und als sehr gerbstoffreich erklärt worden ; es dürfte sich daher wohl empfehlen, die Pflanze nicht aus dem Auge zu ver- lieren.

Schliesslich erwähne ich noch, dass die ansehnlichen Samen dieser Art von den Kalachari-San gesammelt und aufgereiht auf gedrehte Pflanzenfasern als Halsschmuck gelragen werden.

Zwecks Vermeidung einer Tautologie und in entsprechender Beobachtung der Berliner Nomenklaturregeln habe ich den Bentham’schen Namen beibe- halten, obwohl der von Burchell gegebenen Bezeichnung die Priorität ge- hören würde.

Elephantorrhiza suffruticosa Schinz.

Suffrulex ; rami rufescentes; folia 15—25 pinnata; foliola 20— AU jugata, acula; flores spicati, breviter pedicellati; pelioli articulati; calyx infundi- buliformis, breviter 5 dentatus; petala libera, oblonga, acuta; antheræ 10, glandula substipitata, decidua, superatæ ; legumen oblongum, compressum, suturis incrassatis persistenlibus ; semina nigra.

Suffrutex 1—2 m altus; folia + 30 cm longa; pinne + 5 cm longæ; foliola 4- 6 mm longa et + 1 mm lata; legumen Æ 17 cm longum et + 2 cm latum.

GR. NAM. : Rehoboth, Fleck 497 a! (ohne Blüten), 499 a! (nur Blätter).

HER. : Ebony mine, westlich vom + Kan, Schenck 457! (nur Blüten).

AMB. : Amülele, Schinz 2070 ; sandige Stellen bei Ombalambuenge, Rau- tanen 242!, * Kilevi am Kunene, Schinz 2071. Omatulu (Osh.).

Leider besitze ich von dieser Pflanze kein einziges vollständiges Exemplar und die oben entworfene Diagnose beruht daher gewissermassen auf der Com- bination sämllicher Belegexemplare, wozu dann noch eine von Fleck ent- worfene Skizze des Halbstrauches mit Blättern, Blüten und Früchten hinzu- kommt. Die Unterbringung der Pflanze hat daher nicht wenig Mühe gemacht.

Die Zahl der Staubblätter (10) spricht gegen Acacia, das Vorhandensein von apikalen Drüsenkörpern und die nicht zu Tetraden verbundenen Pollen- körner sprechen für die Zugehörigkeit zu den Adenantherew oder den Pipta-

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denteæ, das Fehlen des Nährgewebes entscheidet des weitern zu Gunsten der Piptadenie® und innerhalb dieser Abteilung kann, da die Blüten deutlich gestielt sind, auf Grund unserer heuligen Kenntnis dieser Abteilung nur Elephantorrhiza in Frage kommen.

Wenn ich die Pflanze nicht mit der ja gleichfalls in unserem Gebiete vorkommenden E. Burchellii Benth. vereinige, so geschieht es im Hin- blick auf die Wuchsverhältnisse. Nach Fleck wird E. suffruticosa bis über 2 m hoch und entwickelt Stengel von bis zu 9 em Dicke; solche Verhält- nisse kenne ich bei Bentham’s Elephantorrhiza nicht. Ferner sind bei unse- rer Pflanze die Blätichen nur ganz kurz weichstachelspitzig, oft sogar nur spitz, dagegen sind sie am Grunde abgestutzt und so stark ungleichseitig, dass die eine Blatthälfte überhaupt nur andeutungsweise zur Entwicklung kommt. Die Blättchen sind auch entschieden kleiner als bei E. Burchellit. Die Hülsen scheinen schmäler zu sein als bei E. Burchellii, doch möchte ich auf diesen Umstand weniger Gewicht legen.

Ich füge noch hinzu, dass die Hülsen im Amboland von den Aajamba ge- sammelt werden zwecks Gewinnung des Gerbstoffes.

Vielleicht ist E. suffruticosa identisch mit E. Petersiana Bolle in Peter’s Mossamb. I, p. 9, einer nur unvollständig bekannten Art, die ich glaube in der Menyhart’schen Sammlung vom mittleren Sambesi gefunden zu haben. Wenn diese letztere Bestimmung richtig ist sie gründet sich auf Bolles Beschreibung so würde sich #. Petersiana unterscheiden durch längere Fiedern und längere Hülsen. Ich lasse die Frage vorderhand noch offen.

Ich habe auch leise Zweifel hinsichtlich der Zugehörigkeit der Fleck’schen Nummer 497 a, da das betreffende Exemplar sehr starke, gedunsene Hülsen besitzt, die an die charakteristischen Hülsen der E. Burchellii erinnern, während dem die Exemplare aus dem Amboland (inklusive die Nummer von Kilevi) sehr flache, allerdings noch nicht reife Hülsen besitzen.

Von Galpin besitzie ich Exemplare aus der Gegend von Barberton (562, ohne Hülsen), die sehr wohl zu E. suffruticosa gehören könnten, ohne die Hülsen gesehen zu haben, wage ich aber nicht, eine Entscheidung zu treffen.

Entada arenaria Schinz.

Hievon liegt mir nur ein Fruchtexemplar vor. Die Früchte haben eine Länge von + 26 cm, die dicken Suturen sind wellig aber nicht eingeschnürt. Die einzelnen, mit dünnem Epikarp versehenen Artikulationen sind etwa L1/, cm lang und ungefähr ebenso breit. Der ganze Fruchtstand ist Æ 10 cm langgestielt; in der Regel scheint nur eine einzige Frucht pro Blütenstand zur völligen Entwicklung zu gelangen, die Rhachis fällt indessen nicht ab, sondern verholzt schwach und starrt dann bajonettartig ab. Die zwecks Vergleichung in Frage kommenden E. africana Guill. et Perr., sudanica Schweinf. und abyssinica Steud. haben entweder breitere Früchte (E. afri-

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cana) oder schmälere Artikulationen; E. Wahlenbergii hat ganz kurz ge- stielte Blütenstände.

AMB. : im Mittellauf des Omuramba ua matako, Schinz 277.

E. scandens Benth. in Hook. Journ. Bot. IV (1842). p. 332; Oliv. Fl. trop. Afr. II, p. 325; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 305. KAL. : angeblich am * Ngami-See (ef. Oliver |. e.). Erythrophloeum pubistamineum Hennings in Gartenflora (1889), p. 1. var. parvifolium Schinz.

Blattfiedern mit bis zu 15, alternirenden Blätiichen; letztere + 24 min lang und + 10 mm breit (beim Typus 3 bis 5 cm lang und 11/2 bis 21/2 cm breit), länglich verkehrteifürmig bis elliptisch. Staubfäden etwas weniger dicht be- haart als bei der Art.

AMB. : * Omupanda in Uukuanjama, Sandboden, Wulfhorst 31! Omu- pako (Otjikuan).

Copaiba Mopane (Kirk) O. Kuntze Rev. Gen. Plant. (1891). p. 172; Hiern Cat. Welw. Pl. I, p. 000.

CGopaifera Benth. Trans. Linn. Soc. XXV (1865), p. 317; Oliv. Fl. trop Afr. II, p. 315; Schinz in Abh. Bot. Ver. Prov. Brandenb. XXX, Px4171: -

HER. : angepflanzt in Otjimbingue, Lüderitz 158!, Schinz; in den süd- lichen Kaokofeldern, vom Uxabfluss nordwärts bei Otjitambi, bei Pans etec., an günstigen Stellen den Vegetationscharakter bestimmend, Franzfontein, Gürich 67,